Ich bin Jahrgang 1960, verheiratet, habe zwei Kinder. Ausgebildet bin ich als Diplom-Psychologe und Diplom-Lehrer mit den Unterrichtsfächern Mathematik und Kunsterziehung. Ich studierte Sonderpädagogik, Psychologie, Physiologie des zentralen Nervensystems und Logopädie, arbeitete als Sonderschullehrer an der Comenius-Schule in Magdeburg, promovierte im Alter von 25 Jahren in Lernpsychologie, habe seit 1991 die Lehrbefähigung für das Fachgebiet „Rehabilitationspädagogische Psychologie“, habilitierte in rehabilitationspädagogischer Diagnostik nach einer Gastprofessur an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main für "Heilpädagogische Diagnostik und Förderung", die ich im Alter von 30 Jahren annahm, und folgte drei Jahre später (1993) dem Ruf auf eine Universitätsprofessur in Hamburg. Mein Forschungsschwerpunkt ist seit 1994 die geistige Entwicklung unter den Bedingungen schwerer neurologischer und psychologischer Syndrome.
1997 warf ich bei einem Treffen mit Oliver Sacks in New York neue Fragen der nicht linearen Wirkung von Botenstoffen im Gehirn auf, für die ich 1999 in Kooperation mit Heinz von Foerster in Kalifornien eine Lösung finden konnte (siehe Zimpel [2000]: Gedanken schlagen gegen Fingerspitzen. In: Katzenbach/Steenbuck [Hrsg.]: Die Bedeutung Piagets für die Erziehungswissenschaft. Frankfurt am Main: Lang).
Vor mehr als zwanzig Jahren entwickelte ich die "Gegenstandsanalyse". Teile meiner theoretischen Überlegungen und praktischen Untersuchungen konnte ich mittlerweile in verschiedenen Fachzeitschriften (z.B.: Zimpel [2001]: Die Kybernetik der Aufmerksamkeit. In: Zeitschrift für Heilpädagogik Jg. 52, 11/2001) und Buchartikeln (z.B.: Zimpel [2001]: Buchstaben verändern das Denken. In: Jantzen [Hrsg.]: Jeder Mensch kann lernen. München: Luchterhand) veröffentlichen sowie in einer Fernsehsendung des NDR ("Der Junge, der den Koran in sechs Wochen auswendig lernte", Halil Gülbeyaz), in Vorträgen vor Studierenden, Kolleginnen und Kollegen verschiedener Wissenschaftsdisziplinen sowie vor Lehrenden und Eltern publik machen.
Geistige Entwicklung unter den Bedingungen schwerer neurologischer und psychologischer Syndrome
Schwerpunkte meiner Forschungs- und Lehrtätigkeit sind die Syndromanalyse, die integrative Didaktik und die Erforschung der Polarisation der Aufmerksamkeit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Lernsituationen.
Ziel der Syndromanalyse (seit meiner Professurvertretung "Heilpädagogische Förderung und Diagnostik" J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main1991 - 92) ist die Erklärung verschiedener Behinderungen der geistigen Entwicklung, wie Autismus, Tourette - Syndrom, Epilepsie, Trisomie 21 u.ä. nicht nur als Beeinträchtigung, sondern als Grundlage für die Entwicklung spezieller Fähigkeiten. Hierbei geht es vor allem darum, über die Vermittlung neuester Erkenntnisse der Neuropsychologie, Behinderung immer zuerst als soziales Problem zu begreifen. Die Entwicklung von Achtung vor Entwicklungs- und Lernwegen von Menschen unter den Bedingungen von Behinderungen soll die Überwindung von Ablehnungs- und Mitleidstendenzen, deren Folge Stigmatisierungsprozesse und soziale Benachteiligung sind, ermöglichen. Die Beratung von Lehrern und Lehrerinnen sowie Eltern erfolgt erklärend mit dem Ziel des besseren Verstehens.
Schwerpunkt der integrativen Didaktik (seit meiner Habilitation, venia legendi für das Fachgebiet "Behindertenpädagogik mit dem Schwerpunkt behindertenpädagogische Diagnostik" im Juni 1993) ist die kulturhistorische Auslotung von Lerninhalten als Gewordenes und von den Kindern selbst Hervorzubringendes. Sie bildet die Grundlage für ein basales Verständnis von Unterricht, über das ein gleiches Bildungsrecht bei individuell verschiedenen Entwicklungsbedingungen realisiert werden soll. Kurz gesagt, es geht um eine Befähigung der Studierenden zur Pluralisierung der Lernwege im Unterricht. Die Beratung wendet sich an Lehrer und Lehrerinnen, welche nach pädagogischen Ideen für Kinder und Jugendliche suchen, die noch zuwenig in Lernprozesse integriert werden können.
Im Dezember 1993 erhielt ich den Ruf auf die Stelle eines Universitätsprofessors für "Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Sonderpädagogik, Schwerpunkt Geistigbehindertenpädagogik". In dieser Tätigkeit fand ich günstige Bedingungen vor, um diesen interdisziplinären Forschungsansatz theoretisch zu vertiefen und in die Praxis umzusetzen. Die Arbeit mit mehrfach- und schwerstbehinderten Kindern und Jugendlichen führt zu einer Fokussierung auf die Erforschung der Polarisation der Aufmerksamkeit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Lernsituationen.
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